Kirchen auf der CMT 2016

Pilgern statt Wandern - unterwegs auf europäischen Pilgerwegen

Erfrischend und fröhlich präsentierten sich die Kirchen Baden-Württembergs am vergangenen Sonntag, 17. Januar auf der diesjährigen CMT in Stuttgart.
Mit den Pilgerwegen im Ländle bieten sie den zahlreichen Besuchern auf der weltweit publikumsstärksten Tourismusmesse ein durchaus zugkräftiges Angebot, das aber nicht nur touristisch punktet.
Auf der SWR-Bühne versammelte Moderator Wolfgang Müller mit Prälat Werner Redies und der eigens aus Ungarn angereisten Györgyi Derksen zwei prägende Figuren des europäischen Martinusweges. Der verbindet den Geburtsort des Rottenburger Diözesanpatrons vom ungarischen Szombathely mit dessen Wirkungsort und Grabstätte im französischen Tours. Frau Derksen nennt diese Ecke Ungarns die schwäbische Türkei und beschreibt eindrucksvoll, wie Martinus mit seiner christlichen Haltung die sprichwörtliche Gastfreundschaft der Ungarn grundgelegt hat.
Werner Redies ist diesen Weg zu Fuß gegangen; das letzte Stück vollendet er im Mai, parallel zur gleichzeitig stattfindenden Diözesanwallfahrt. Dann vollendet er mit seinen Weggefährten ein Stück Europa. Dafür steht der Hl. Martin für ihn  in unserer Zeit.

Für Hans-Jörg Bahmüller, der als evangelischer Christ vom Jakobsweg fasziniert ist, steht bei allem der Mensch im Mittelpunkt. Und so spielt es aus seiner Sicht auch keine große Rolle, wo jemand startet und auf welchem Teil eines Weges jemand unterwegs ist: „Der schönste Ort ist der, an dem ich mich gerade befinde!“.

Thomas Maier beschreibt, wie sein Arbeitgeber „Biblische Reisen“ das Pilgern auch für Gruppenerlebnisse organisiert. Dabei stehen die Bedürfnisse der Kirchengemeinden immer im Mittelpunkt.

Egon Oehler hat zusammen mit seiner Ehefrau den Oberschwäbischen Pilgerweg entwickelt. Über hundert sog. „Gnadenorte“ beschreibt er in seinem Pilgerführer und meint damit besondere Orte, an denen sich Himmel und Erde berühren. Damit macht er deutlich, dass Pilgern weit mehr als Wandern ist - ein spiritueller Erfahrungsweg, und das mitten im Ländle.

Der Morgen der Kirchen war ein fröhliches und frisches Erlebnis für die zahlreichen Messebesucher, die sich gerne rund um die Bühne versammelten. Das war natürlich auch das Werk der beiden musikalischen Ensembles, die mit Herz und Können die Besucher in ihren Bann schlugen. Die Trommelgruppe „Taktlos“ aus Remseck unter Leitung von Till Ohlhausen zauberten kubanisches Flair in die Halle und der Chor „notabene“ aus Sachsenheim unter Leitung von Christiane Hähnle stand dem in nichts nach. Ihr fröhlicher Chor sang sich schnell in die Herzen der Zuschauer mit berührenden afrikanischen und deutschen Gesängen.

Mit einem Geistlichen Abschluss und einem Reisesegen endete die Veranstaltung, die anschaulich zeigen konnte, wie Kirche an vielen Orten Menschen Wege eröffnet.
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