Der Andachtsraum (Raum der Stille) auf dem Flughafen

Montags-freitags Andacht von 12.00 - 12.15 Uhr

 

Der Andachtsraum (Raum der Stille) befindet sich im Terminal 3 auf der Ankunftsebene (Ebene 2) und ist für jeden frei zugänglich. Tag und Nacht steht er allen Menschen offen - gleich welcher Nationalität und welcher Religion.
Außer den Andachten finden hier auch die Eucharistiefeiern statt.
Bei besonderen Anlässen und in Krisensituationen werden themenbezogene Gottesdienste gefeiert.

Die Innengestaltung weist zwar eine christliche Grundprägung auf. Sie ist jedoch so ausgeführt, dass sich auch Muslime und Juden hier willkommen fühlen.
Im Gegensatz zu anderen Flughäfen hat Stuttgart nur diesen einen Raum für alle Religionen.
Und das Erstaunliche ist: die Verständigung klappt, die Menschen unterschiedlichen Glaubens respektieren einander.

Weshalb funktioniert das hier?
Vielleicht deshalb, weil nur wenige Gegenstände und Symbole die Richtung zum Gebet weisen: der Altar, das Kreuz, der Tabernakel, aber auch der Pfeil in Richtung Mekka.

Der Andachtsraum verweist auf das Gespräch mit Gott; er bietet uns Raum, zur Ruhe zu kommen, unsere Gedanken zu ordnen, uns zu beklagen, z.B. wenn zwischenmenschliche Beziehungen gestört sind oder wir uns verletzt fühlen.

Der Andachtsraum ist aber auch der Platz, wo wir Gott unsere Freude und unseren Dank aussprechen und wo wir allein oder gemeinsam mit anderen um einen guten Verlauf der nun bevorstehenden Reise bitten können.
Viele Einträge im Anliegenbuch zeigen dies.

Gönnen Sie sich doch ein paar Minuten STILLE, suchen Sie den Andachtsraum auf.

 

 

 

Religiöse Vielfalt am „Treffpunkt Flughafen“

An Flughäfen treffen Menschen verschiedener Glaubensrichtungen aus aller Welt zeitlich begrenzt und auf engem Raum aufeinander. So auch in Stuttgart. 

Die Gesellschaft für Christlich-Islamische Begegnung und Zusammenarbeit (CIBZ) hat deshalb am Dienstag, 20. Januar 2015, zur Dialogveranstaltung „Christlich-islamisches Café“ eingeladen. Dabei hat Walter Schoefer, Geschäftsführer des Stuttgarter Flughafens, zum Thema „Treffpunkt Flughafen“ gesprochen.

Vor rund fünfzig Personen sprach Walter Schoefer unter anderem über die einzigartige kulturelle und religiöse Vielfalt, die ein solcher Ort mit sich bringe. Rund 9.500 Mitarbeiter aus über 60 Nationen arbeiten am Stuttgarter Flughafen. Dazu kommen jährlich fast 10 Millionen Fluggäste und nochmals 1,3 Millionen Messebesucher. Probleme aufgrund der Religion habe es bisher allerdings noch nie gegeben, so Schoefer.

Ein gutes Beispiel für die religiöse Toleranz am Flughafen sei der Andachtsraum im Terminal 3, der im Jahr 2004 eröffnet wurde. Hier könnten sich Gläubige aller Religionen zum Gebet und Innehalten einfinden. Neben einem kleinen Kreuz gäbe es auch einen Pfeil nach Mekka und Gebetsteppiche. Daher werde der Raum auch von Muslimen gut angenommen. „Ich arbeite in der Nähe und komme gerne hier vorbei. Der Andachtsraum ist in der Hektik und dem Lärm des Flughafens ein Ort der Stille“, so ein Muslim nach dem Vortrag.

Einziger Wermutstropfen: Neben den evangelischen und katholischen gibt es bisher keinen muslimischen Seelsorger am Flughafen. Dies sei allerdings kein Zeichen für eine bevorzugte Behandlung der christlichen Glaubensgemeinschaften: „Ein institutioneller muslimischer Ansprechpartner fehlt. Der muss allerdings zuerst von verschiedenen islamischen Organisationen bestimmt werden. Und bis dies geschieht, wird es leider auch keinen dezidiert muslimischen Seelsorger geben“, so Schoefer. Bis dahin können sich Muslime auch an die beiden christlichen Flughafen-Seelsorger wenden, die betonen, dass es in seelsorgerlichen Gesprächen nicht auf die Religionszugehörigkeit der Ratsuchenden ankomme.

Eine Zuhörerin, die das „Christlich-islamische Café“ zum zweiten Mal besucht, merkt zudem an: „Ich glaube, ein muslimischer Seelsorger ist auch nicht unbedingt nötig. Im Islam gibt es ein anderes Verständnis von Seelsorge. Da denkt man eher an theologische Fragen, die wir mit einem Imam besprechen. Bei Beratungsgesprächen oder bei Problemen kommt es nur auf den Gesprächspartner an und nicht darauf, ob der- oder diejenige Christ oder Moslem ist.